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REGION: INTERNATIONAL
Wie selbstverständlich Home Office wirklich ist

Der Digitale Gap in deutschen Unternehmen

Wie digital ist Deutschland wirklich? Der Digital-Index der Initiative D21 kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: 2020 auf jeden Fall digitaler als noch 2019, pandemiebedingt. Was dabei erstaunt, der Digital Gap verläuft in Unternehmen mittlerweile vor allem zwischen Chefetage und Mitarbeiter. Und zwar nicht unbedingt so, wie man vermuten würde.

Unser Arbeitsleben hat einen neuen Rhythmus – und die Pandemie schwingt den Taktstock. Wann immer sich im vergangenen oder auch in diesem Jahr eine neue Corona-Welle andeutete, ließ sich das in den Google Trends für das Wort „Home Office“ ganz hervorragend abbilden: In der ersten März-Woche 2020 schossen die Suchanfragen für diesen Begriff in die Höhe, fielen praktisch zeitgleich mit den Inzidenzwerten über den Sommer wieder auf Normalmaß, um im Herbst des vergangenen und besonders im Januar dieses Jahres wieder hochzuschießen.

 

Für ein Drittel war es das erste Mal

Dass Home Office im letzten Jahr von der Ausnahme zum Teil einer neuen Normalität wurden, lässt sich auch aus den Ergebnissen des Digital Index der Initiative D21 lesen. 59 Prozent der in Büros tätigen Menschen in Deutschland nutzten im vergangenen Jahr zumindest teilweise die eigenen vier Wände als Büro – um satte 29 Prozent mehr als noch im Jahr 2019. 34 Prozent der Befragten arbeiteten erstmalig mobil. Und 38 Prozent gaben an, Wohnzimmer, Esszimmer, Arbeitszimmer und Balkon zumindest öfter als früher zum Arbeitsplatz umzufunktionieren.

 

D21 Study

Der Wunsch der Chefetagen nach vollen Büros

Soweit mögen die neuen Zahlen nicht überraschend sein, spannender wird es in den statistischen Tiefen. Denn die zeigen: Mobile Work wurde von Managern zwar gerne und ausgiebiger genutzt als von Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung. So gaben 51 Prozent der befragten Manager an, zumindest teilweise mobil oder zuhause zu arbeiten, aber nur 26 Prozent der Angestellten in den Büros.

Jetzt wird es noch ein wenig diffuser: Nur 25 Prozent der befragten Führungskräfte wünschen sich, dass ihre Mitarbeiter auch nach dem Abklingen der Pandemie und damit dem Wegfall epidemiologischer Gründe für das Home Office eben dort bleiben. 75 Prozent trachten wieder nach eher vollen Bürotürmen. Der Digital Gap verläuft also quer durch deutsche Unternehmen: Auf der einen Seite die Manager, zu deren Selbstverständnis als Führungskraft mobiles Arbeiten und die Ausnutzung des Digital Workplace gehört, dieses Verständnis aber nicht vollends auf ihre Mitarbeiter übertragen wollen und auf der anderen Seite die  Mitarbeiter, die sich mehrheitlich wünschen, auch künftig zumindest teilweise zuhause zu arbeiten.

 

59 %

der Mitarbeiter mit Bürotätigkeit arbeiteten 2020 zumindest teilweise aus dem Homeoffice

51 %

der Mitarbeiter wünschen sich auch in Zukunft mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen zu können

75 %

der Führungskräfte möchten NICHT, dass Ihre Mitarbeiter in Zukunkt mobil arbeiten

Gesunde Balance

Auch über die richtige Balance zwischen Arbeit zuhause und Arbeit im Büro gibt der Digital Index detaillierte Auskunft: 23 Prozent der Befragten wollen rund die Hälfte ihrer Arbeitszeit in ihrer Wohnumgebung verbringen, 28 Prozent weniger als die Hälfte. Die mutmaßliche Sorge der Führungskräfte, künftig in verwaisten Bürofluren zu wandeln, scheint übrigens ziemlich unbegründet: Nur sechs Prozent der Office-Belegschaften in Deutschland wollen (fast) immer zuhause bleiben. Das zeigt: Die Angestellten deutscher Unternehmen haben offenbar ein feines Sensorium dafür entwickeln können, wann Anwesenheit ein Produktivitätsfaktor sein kann und wann Anwesenheit bloßes Ritual ist.

 

Gut geschult durch die Systemlandschaft

Viel zur Produktivität trägt gerade im Home Office natürlich die technische Ausstattung bei – und hier dürften deutsche Unternehmen keineswegs investitionsscheu sein. 49 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Arbeitgeber ihnen einen Laptop zur Verfügung stellt, jeweils 33 Prozent können auch Collaboration-Tools oder VPN-Zugänge ihrer Arbeitgeber nutzen. Gerade in den beiden letzteren Bereichen gab es den größten Zuwachs. Insgesamt fühlen sich drei Viertel der Mitarbeiter im Digital Workplace durch ihr Unternehmen gut unterstützt. Knapp zwei Drittel erachten ihre Arbeitgeber auch als trittsicheren Lotsen durch die immer komplexer werdende technologische Landschaft aus Software und Hardware – sie fühlen sich durch angebotene Schulungen gut gerüstet.

Digitalisierung bedeutet - und das mag der langfristig wohl wertvollste Schluss aus dem Digital Index sein – für knapp zwei Drittel der befragten Büromitarbeiter ein Mehr an Lebensqualität: Sie gaben an, damit Berufs – und Arbeitsleben besser vereinbaren zu können.

 

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